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21. Februar – 07. März 2026

AUSSTELLUNG: CHROMA*ambiguità

VERNISSAGE: Samstag, 21. Februar, 18 Uhr

 

 

 

 

KÜNSTLER*INNEN

Michelle Baumann | Noah Kauertz | Fern Liberty Kallenbach Campbell | Andrew Friedrich| Zixu Wang | Jakob Scheidt | Merle Pappelbaum | Pascal Schilling

 

Mit CHROMA*ambiguità zeigt das Neurotitan eine Gruppenausstellung von acht jungen, international arbeitenden Künstler*innen, deren Werke auf eine unmittelbare visuelle und sinnliche Erfahrung abzielen. Die Ausstellung gibt Einblick in eine zeitgenössische Bild- und Materialkultur, die sich klar in der Gegenwart verortet.

Der Titel CHROMA*ambiguità ist ein Kunstbegriff, der Farbe (Chroma) und Unschärfe beziehungsweise Ambiguität miteinander verbindet. Er verweist auf eine kuratorische Haltung, die bewusst auf eindeutige Lesarten verzichtet und stattdessen die sinnliche Rezeption der Werke in den Vordergrund stellt. Die Ausstellung versteht Ambiguität als produktiven Zustand: Bedeutungen bleiben offen, Wahrnehmungen können widersprüchlich sein und unterschiedliche Zugänge existieren gleichberechtigt nebeneinander. In diesem Sinne fordert CHROMA*ambiguità eine Form von Ambiguitätstoleranz ein – ein Aushalten und Zulassen mehrerer Perspektiven und Bedeutungen.

Gemeinsam ist den beteiligten Positionen eine starke Konzentration auf das jeweilige Medium. Die Arbeiten entfalten ihre Wirkung über Farbe, Materialität, Oberfläche und Form, weniger über erklärende Texte oder konzeptuelle Rahmungen. Eine intensive Auseinandersetzung mit handwerklichen Prozessen und deren Erweiterung unter zeitgenössischen Bedingungen bildet dabei eine verbindende Grundlage.

Durch alle Arbeiten zieht sich ein subtiler digitaler Einfluss, der jedoch selten explizit thematisiert wird. Stattdessen zeigt sich ein breites Spektrum an Oberflächen, Formen und Materialkombinationen, deren Nebeneinander ein dichtes materiell-ästhetisches Gefüge entstehen lässt. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Vielschichtigkeit nicht auf eine eindeutige Bedeutung zu reduzieren, sondern als offene Erfahrungsräume zu begreifen.

Auf erklärende Wandtexte wird bewusst verzichtet. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich den Werken ohne vorgegebene Deutung zu nähern und eigene Assoziationen, Gedanken und Wahrnehmungen zu entwickeln. Unterstützt wird diese offene Rezeptionshaltung durch eine ortsspezifische Mehrkanal-Klanginstallation von Pascal Schilling. Ihre harmonische, zurückhaltende Struktur schafft eine Atmosphäre des Verweilens und öffnet einen akustischen Raum, in dem die visuellen Arbeiten wirken können. Durch den Einsatz psychoakustischer Effekte werden die räumlichen Gegebenheiten des Neurotitan aufgegriffen und subtil erweitert, während sich CHROMA*ambiguità zwischen sinnlicher Erfahrung, zeitgenössischer Materialforschung und offener Wahrnehmung entfaltet.