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neurotitan shop & gallery

im Haus Schwarzenberg
Rosenthalerstraße 39
10178 Berlin

fon +49.(0)30.308 725 76
fax +49.(0)30.282 90 33

Öffnungszeiten
mo - sa: 12 - 20h


Anfahrt


Informationen zum Schwarzenberg e.V. und
weiteren Veranstaltungen im Haus gibt´s hier

19.03. - 18.04.2004

b o d i e d
Austellung

Eröffnung am 19.03.2004 um 19.00 Uhr

Samstag 20.03.2004, 18.00 Uhr Licht-Bild-Präsentation „Mientras tus miradas“ (ca. 30 min.) von Vréa Dess
Samstag 27.03.2004, 18.00 Uhr Tanzvideo „bewegte Körper“ (ca. 30 min.) von Reinhard Lorenz
Samstag 03.04.2004, 18.00 Uhr Videoperformances „Public sculpture“ (ca. 15 min) & „Stuhl zum Runterfallen“ (loop) von Jasmina Llobet
Samstag 10.04.2004, 18.00 Uhr Video „Revelation“ (ca. 15 min.) von Heiner Büld
Sonntag 18.04.2004, 20.00 Uhr Finissage & Visual rythms von Regina Teich


B O D I E D - Wenn dieses Wort bei google eingegeben wird, erscheinen folgende verwandte Begriffe: body Bodily Bodying bodied bodies corps corpse corpus. Bodied bedeutet soviel wie verkörperlicht, aber auch eingebettet sein, etwas in Form bringen.
Unser Ausgangspunkt für diese Ausstellung ist die Auseinandersetzung mit dem Körper. Es werden zwei Positionen der Malerei und zwei Positionen der Medienkunst gezeigt.

Anna von Bassen zeigt junge Menschen wie sie bestimmte Handhabungen vollziehen: so bindet sich jemand eine Krawatte zu, was in einzelnen Phasen gezeigt wird. Oder eine junge Frau zieht einen Pullover an, auch wieder in einzelnen Phasen im Querformat dargestellt. Der Körper wird "eingebettet", in Form gebracht, durch das Anziehen sozusagen vollendet in seiner Ausdruckskraft, den Dargestellten Respekt und Würde entgegengebracht. Die Farbe, schnelltrocknendes Acryl, trägt sie in einzelnen Schichten auf, läßt dabei die unteren Partien durchschimmern und unterstreicht ihren zärtlichen Blick mit einem sichtbaren Pinselstrich.

Anette Rose zeigt unter dem Titel "Handhabungen" eine neue Videoinstallation. Orangen werden geschält, eigentlich eine alltägliche Handlung. Die Kamera zeigt die Hände der Schälenden, das Abziehen der Schalen als wiederholte Geste. Der Fokus liegt auf den Händen. Die Abwicklung der Handhabungen als Ausdruck physischer Präsenz kann vom Betrachter ähnlich einer Versuchsanordnung zur Sprache der Hände gelesen werden.


Während hier das Detail den Blick bestimmt, arbeitet Jan Sobottka mit der Abstraktion. Seine Malerei hat eine korpulente Formensprache; die gemalten Gebilde erinnern an vergrößerte Adern, welche naturwissenschaftlich beleuchtet werden. Die schlangenartigen Verästelungen des Körpers können nun als Muskel- und Nervenstränge studiert werden. Anatomische Elemente werden mit einer schlichten Formensprache kombiniert. Es ergeben sich Farbkompositionen, welche akribisch arrangiert, an die Formensprache Piet Mondrians anknüpfen.

Dieser geometrisch sachlichen Perspektive setzt Sandra Becker 01 eine subjektiv bewegliche Sicht entgegen. In ihren Arbeiten wird die Präsenz des Körpers anhand eines Spiegels untersucht. Die gegenständliche Ebene wird durch eine imaginäre verändert; das Spiegelbild zeichnet eine weitere Realität. Der Körper scheint sich einerseits aufzulösen, andererseits zu vervielfachen. Es ist ein Gespräch mit einem virtuellen Gegenüber, vielleicht auch ein visuelles Selbstgespräch, das in fotographischen, auf MdF aufgezogenen Sequenzen dargestellt wird: Fragmente einer geteilten Wirklichkeit.

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten stellen aktuelle Produktionen der vertretenen Künstler dar. Sie beschäftigen sich mit der Darstellung des Körpers, zeigen jeweils eine bestimmte Position, decken das Thema jedoch nicht ab. Vielmehr sind die vier gezeigten Positionen als thematische Eckpfeiler zu verstehen, als Standpunkte, welche den Diskurs eröffnen sollen.

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, wo noch weitere Aspekte zum Thema dargestellt werden. Es sind vier Samstage, jeweils 18 Uhr, an denen der Umgang mit der Körperlichkeit unterschiedlich thematisiert wird:
als Auseinandersetzung mit der Identität (Vréa Dess),
als Bewegung im Tanz (Reinhard Lorenz),
in performativen Aktionen (Jasmina Llobet)
sowie auf dem Bildschirm der täglichen Nachrichten (Heiner Büld).
Zur Finissage gibt es eine Party mit Videoprojektionen von Regina Teichs.

www.kunstflur.de